Gyger Metallbau
Gyger Metallbau
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Es war schon lange versprochen, dass wir die Treppe in Malawi bauen werden, aber als wir jetzt in das schöne Land reisten, waren wir der Meinung, dass wir die Abklärungen treffen, welche Mittel vor Ort zur Verfügung stehen. Selbstverständlich wollten wir eine genaue Massaufnahme machen, um die Treppe dann in Ruhe zu Hause zu zeichnen, und während einer zweiten Reise zu realisieren. Aber es ging alles viel schneller.

Der Bauleiter vor Ort empfahl uns seinen Metallbauer, Herr Matukuta. Dieser hat für ihn immer wieder Fenster und Türen hergestellt. Also setzten wir uns zusammen, und besprachen, wie die Treppe realisiert werden könnte. Unerschrocken, wie Afrikaner meistens sind in solchen Dingen, trauten sie sich das zu, wenn ich die Treppe plane.

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Wir machten gemeinam wir die Massaufnahme, und legten die Geometrie fest. Dann fuhren wir eine in die eine Fahrstunde entfernte Stadt Blantyre, um uns bei einem Stahlhändler klug zu machen, was es für Profildimensionen gibt. Einen Profilkatalog hat hier niemand, und im Stangenlager hatten wir rasch die Uebersicht über die 30 – 50 verschiedenen Lagerartikel. Ich entschied mich, den Holmen aus 2 Stahlrohren 50x50 mm zusammenzusetzen. Es gab auch nicht viele Alternativen dazu. Wir bezahlten also die Ware, engagierten einen Transporteur, der die Wahe zur Werkstatt unseres Schlossers brachte. Es war gut, dass wir den Transport begleiteten, denn an einer Strassensperre unterwegs wurde nach der Quittung des Materials gefragt, um sicherzustellen, dass es sich nicht um Diebesgut handelt.

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Nun war ich an der Reihe. Den Rest des Tages verbrachte ich damit, ohne CAD und Reissbrett die Treppe zu konstruieren. So fehlten natürlich die schön ausgearbeiteten Detailzeichnungen und Zusammenstellungen, aber das machte ich wett, indem ich im Workshop Stange um Stange anzeichnete. Sofort machten sich zwei Mitarbeiter daran, das Material von Hand zuzuschneiden. Ich hatte alle Hände voll zu tun, immer wieder Material anzuzeichnen. Parallel dazu begann Herr Matukuta bald einmal mit zusammenstellen der einzelnen Elemente.

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An der Stelle ein paar Worte zur Werkstatt. Eigentlich ist es ein kleines Gebäude mit zwei Räumen und einem Vordach, unter und vor dem man an der Strasse arbeitet. Hier habe ich den abenteuerlichsten Schweisstravo gesehen, der mir je begegnet ist! Schon fast ein Kunstwerk an Einfachheit! Daneben gehören zur Ausrüstung  zwei Stahlböcke mit massiven Schraubstöcken, drei Eisensägen, ein grosser Winkelschleifer, ein zweiter Travo, ein paar Anschlagwinkel, zwei Hämmer. Das wärs! Das Energiemanagement war auch interessant zu beobachten. Wenn der Winkelschleifer benutzt wurde, wurde jeweils ein Schweisstravo ausgesteckt, weil sonst die Sicherung durchgebrannt wäre. Ich habe gestaunt, wie eingespielt das vor sich ging. Was das heften mit Elektroden anbelangt, kann ich den Schlossern nichts vormachen, das haben sie definitiv im Griff.


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Als es ans Richten der Treppenelemente ging, war ich etwas ratlos. Mir gingen Schraubzwingen, Spannsets, Stahlrohre usw. durch den Kopf, aber wie löst man das hier. Ich habe gestaunt. Da packen einfach genug Hände an, und schon ist gerichtet!


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Ja, und so entstand Element um Element. Wie ein echter Europäer hatte ich nicht die Zeit, um bis zur Fertigstellung und Montage zu bleiben, aber ich bin sicher, es gibt eine eindrückliche Treppe. Sie überwindet 4 Meter und wird mit Holztritten belegt. Es war für alle Beteiligten eine wertvolle Erfahrung!

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Sept 07 Markus Gyger